Winterlandschaft mit Bäumen und Weg
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Es braucht kein Heldentum, um anderen Mut zu machen

Wir alle können anderen Menschen Mut machen.
 
Publiziert: 19.01.2023 20.01.2023

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Von Michelle Boss

Als Medienhaus berichten wir oft  über eindrückliche Geschichten.  Über Menschen, die grosse Schwierigkeiten überwunden haben und nicht an ihrem schweren Schicksal zerbrachen. Oder Menschen, die ihr Glaube dazu motiviert hat, Hilfsangebote für Benachteiligte auf die Beine zu stellen.

Mit dem, was sie tun, machen sie vielen Menschen ganz unmittelbar Mut. Manchmal beschleicht uns als Redaktion aber das Gefühl, dass eine zu grosse Häufung solch eindrücklicher Geschichten auch das Gegenteil auslösen kann. Zu sehen, was andere Grosses leisten, kann auch entmutigen. Weil es uns «gewöhnliche Menschen» daneben klein und unwichtig aussehen lässt.

Männer und Frauen, die ihr Leben ganz in den Dienst Benachteiligter stellen, machen mir Eindruck. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ich selbst zu einem ähnlichen Leben in der Lage wäre. Wenn eine Mutmacherin zu sein bedeutet, in ihre Fussstapfen zu treten, dann brauche ich mich gar nicht erst zu bemühen.

Aus vielen Begegnungen mit grossartigen Mutmachern und Mutmacherinnen weiss ich allerdings, dass sie von dieser Sichtweise entsetzt wären. Sie wollen auf keinen Fall andere Menschen durch ihr Vorbild einschüchtern. Vielmehr haben sie einfach den Platz eingenommen, den sie als den für sie richtigen erkannten. Ich denke, wir dürfen durchaus von ihnen beeindruckt sein. Und vielleicht dient ihr Leben da und dort als Ansporn, um anderen Menschen Mut zu machen. Aber auf unsere eigene Art und Weise.

Wenn ich mich zurückerinnere an Situationen, in denen Menschen mir Mut machten, dann kommen mir hauptsächlich kleine, unscheinbare Gesten in den Sinn. Die aufmunternde Nachricht einer Freundin, die sich erinnerte, dass ich mich in einer schwierigen Situation befand. Das Kompliment einer Mitarbeiterin in einem Moment, in dem ich mich höchst unzureichend fühlte. Oder das konkrete Hilfsangebot, wenn meine Aufgaben im Job oder in der Familie mir über den Kopf zu wachsen drohten.

Kürzlich wurde einer meiner Töchter operativ der Blinddarm entfernt. Wir verbachten viele Stunden in einer überfüllten Notaufnahme und warteten erst auf Untersuchungen, danach auf die Operation. Diese schob sich Stunde um Stunde nach hinten, weil ein Notfall nach dem anderen dazwischenkam. Das Personal war sichtlich am Anschlag. Mitten in der Nacht wurde meine Tochter schliesslich operiert. Sie durfte ihr Kuscheltier, einen Walfisch aus Plüsch, mit in den Operationssaal nehmen.

Als sie nach der Operation zurück ins Spitalzimmer verlegt wurde, bemerkte ich, dass die Anästhesistinnen sich auch des Wals angenommen hatten: Sie hatten ihm an einer Flosse einen Zugang gelegt. Diese kleine Geste rührte mich sehr. Trotz all des Stresses hatte sich jemand die Zeit genommen, um meinem Kind die Angst zu nehmen. Für mich und meine Tochter ist diese Person definitiv zum Mutmacher geworden!

Wir alle können anderen Menschen Mut machen. Indem wir sie und ihre Bedürfnisse sehen. Uns Zeit für sie nehmen. Komplimente nicht nur denken, sondern auch aussprechen. Ein Lächeln, einekleine Geste oder ein freundliches Wort können für einen Mitmenschen manchmal einen grossen Unterschied machen.

© Online-Redaktion ERF Medien
 
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