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Lebensgeschichten

Nathalie Schertenleib: Der Lauf des Lebens

Nathalie Schertenleib | (c) Willow Creek Magazin
Nathalie Schertenleib | (c) Willow Creek Magazin
14.05.2020
Eine Spitzensportlerin auf der Suche nach Lebenssinn
 
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Der Sprung in die Spitze der Schweizer Leichtathletikszene ist bereits in unmittelbarer Reichweite – doch dann platzt der Traum von Nathalie Schertenleib. Sie zerbricht am Leistungsdruck. Ein Burnout und Depressionen zwingen sie in die Knie. So stellt sie sich einem Neuanfang und lernt sich selbst neu kennen.

Bereits als Kind träumt Nathalie Schertenleib von einer Karriere als Profisportlerin, dafür kämpft sie hart. «Als Leichtathletin wollte ich der Weltelite angehören und auch an Olympischen Spielen teilnehmen.» Durch dieses Ziel ist ihr Alltag von Trainings- und Ernährungsplänen bestimmt. Sie nimmt an etlichen Wettkämpfen und Schweizermeisterschaften teil, mit Erfolg – Nathalie Schertenleib gewinnt mehrere Titel. Der internationale Durchbruch scheint nicht mehr fern.

Die Wettkämpfe spornten mich enorm an, dabei konnte ich meine wichtigsten Werte ausleben: Fokus, Energie, Engagement und Professionalität.»
Nathalie Schertenleib

Ausgerannt
Doch nachdem sich ihre Mutter unerwartet von der Familie trennt, wird Nathalie Schertenleib mit der Aufgabe konfrontiert, ihren Vater aus der darauffolgenden Depression und ihre Schwester aus einer Essstörung zu führen. Als Teenagerin schmeisst sie den Haushalt und regelt die Finanzen der Familie – neben täglichem Intensivtraining und Gymnasium. «Als Leistungssportlerin lernte ich, mit Schmerz umzugehen, ihn zu überwinden und durchzubeissen. Doch ich ging allen unangenehmen Gefühlen aus dem Weg und unterdrückte meinen emotionalen Schmerz.»

Dann überrennen Nathalie Schertenleib die Gefühle, die sich in ihr aufstauten. Bis dahin waren ihre Tage total durchstrukturiert. «Alles brach ein, ich war körperlich am Ende und konnte mich physisch nicht mehr aus meinem Bett bewegen.» Stillstand. Ihr Körper ist verkrampft. Nathalie Schertenleib hinterfragt alles, an erster Stelle sich selbst und den ihr vermittelten christlichen Glauben. Denn auch im Glauben an Gott fühlt sie einen enormen Leistungsdruck.

Neustart
«Mein Körper schottete sich ab, damit er nichts mehr leisten musste, und er zwang mich, nach innen zu schauen und mich mit mir zu beschäftigen.» Durch den Zusammenbruch von all dem, was Nathalie Schertenleib zuvor Lebenssinn verlieh, stellt sie sich ihre Frage nach dem Sinn ganz neu. «Dabei spürte ich einen nie dagewesenen Ort, einen ‹liebenden›, wohltuenden Ort, tief in mir drin.» Am Tiefpunkt ihres Lebens entdeckt sie den Gott, der sie nicht aufgrund ihrer Leistung liebt, sondern aus voller Gnade.

Diese Gewissheit bereichert mich viel mehr, als unzählige Stunden zu trainieren und auf dem Höhepunkt eine sportliche Leistung abzuliefern.
Nathalie Schertenleib

Wieder berufsfähig, entscheidet sie sich für ein Theologiestudium. Heute leitet Nathalie Schertenleib den Bereich der beruflichen Wiedereingliederung der Stiftung WGTreffpunkt. Dort begleitet sie Menschen, die oft aus psychischen Gründen aus dem Arbeitsmarkt ausgeschieden sind, wie sie es einst selbst erlebte.

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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