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Lebensgeschichten

«Die Pferde retteten mein Leben»

Peter und Doris Egli  |  (c) privat
18.10.2017
Reitlager, die Leben verändern.
 
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«Mein Leben war von Angst geprägt.» Grobe Sprache, Strafen und Wutanfälle ihres Vaters gehören in der Familie von Doris zum Alltag. Nur wenn sie Zeit mit Pferden verbringt, kann sie alle Ängste vergessen. «Rückblickend muss ich eingestehen, dass sie mein Leben retteten.» Heimlich sammelt sie Geld, um ihre ersten Reitstunden zu finanzieren. Jahrzehnte später führt sie mit ihrem Mann selbst einen Pferdehof und kann damit Jugendliche stärken.

Ihren Mann lernt Doris an der OLMA kennen. «Dort hat es nette, katholische Männer», meint ihre Mutter und behält Recht: Doris trifft auf zwei junge Herren, von denen einer in Windeseile ihr Herz erobert. Peter ist zwar nicht katholisch, doch er zeigt Doris, was Gottes Liebe bedeutet. Denn ihr Gottesbild sieht völlig anders aus: «Es hiess immer, dass unser Gott böse und strafend sei.» In einem Jugendgottesdienst entscheidet sie sich, Jesus zum Mittelpunkt ihres Lebens zu machen. 1986 heiraten Doris und Peter und fassen gemeinsam den Entschluss, dass sie ihr Leben ganz nach Gott ausrichten wollen. So kommt es, dass Peter eine Stelle beim Bibellesebund antritt.

Ausgebrannt
Fast zeitgleich kaufen Eglis im Thurgau eine alte Pferderanch aus einer Konkursmasse. Daraus entsteht die Schlossranch, auf der sie Reitlager für Jugendliche organisieren und auch Pflege- und Time-out-Kinder aufnehmen. In den Lagern können Doris und Peter immer wieder erleben, wie Pferde Wunder wirken: «Die Pferde strahlen eine tiefe Ruhe aus, dadurch lösten sich schon Ängste und innere Spannungen. Psychisch kranke Kinder verloren bei den Pferden viele ihrer Symptome und hatten binnen wenigen Sekunden ein Lachen im Gesicht.» Doch die Arbeit ist hart und da die Schlossranch zu wenig Räume hat, können sich die Eglis kaum zurückziehen: «Bei bis zu drei Reitlagern hintereinander war die Belastung enorm.» Irgendwann wird sie so gross, dass Doris ein Burn-out erleidet und mit Panikattacken kämpft. Zehn Wochen verbringt sie in einer Klinik und findet nur langsam wieder zurück ins Leben.

Gebetserhörung CurlyRanch
Als der Bibellesebund Jahre später mit dem Wunsch auf die Eglis zukommt, mehr Lager auf der Schlossranch anzubieten, wird ihnen bald klar, dass sich dafür die Schlossranch nicht eignet. Sie machen eine Liste, welche Anforderungen ein Hof für diese Arbeit erfüllen muss. Tatsächlich finden sie nach einiger Zeit eine Ranch, die alles Gewünschte hat, jedoch sehr heruntergekommen ist. «Wir wollten uns die Ranch aus dem Kopf schlagen, da wir einfach nicht die Kraft und das Geld hatten, um diese Ranch auf Vordermann zu bringen. Doch das ging nicht.» So entscheiden sie sich trotzdem für diese Ranch und können dank vielen Gönnern und Helfern die CurlyRanch sanieren und erweitern. Seither widmen sich Doris und Peter wieder ihrem Traum, Jugendliche mit Hilfe der Pferde zu fördern. Diese zeigen ihre Freude im Gästebuch der CurlyRanch: «Dieser Hof ist ein Paradies!»

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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