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Lebensgeschichten

Wer war eigentlich ... Katharina von Bora?

Katharina von Bora
20.07.2019
Auch im Mittelalter gab es erfolgreiche Frauen.
 
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Katharina von Bora stammte aus dem sächsischen Landadel und verbrachte einige Jahre als Nonne im Kloster Marienthron bei Grimm. Da lernte sie lesen, schreiben und sogar etwas Latein. Im Zeichen der Reformation ergriff sie mit anderen Nonnen zusammen die Flucht und wurde später die Frau des Reformators Martin Luther.

Die Flucht war ein wahres Abenteuer. 1523, in der Nacht vom Ostersamstag auf Sonntag, wurde Katharina von Bora zusammen mit weiteren elf Nonnen mit einem Planwagen aus dem Kloster entführt. Diese Tat war gefährlich. Denn nach damaligem kirchlichem und weltlichem Recht stand auf die Entführung von Nonnen die Todesstrafe. In dieser Zeit begegnete sie Martin Luther und sie beschlossen, nach einigen Umwegen, zu heiraten. Luthers Hochzeit mit Katharina wurde von Feinden und Freunden gleichermassen kritisiert. Doch diese Anfeindungen konnten der Ehe nicht ernsthaft schaden.

Katharina gebar ihrem Mann drei Söhne und drei Töchter. Zwei der drei Mädchen starben im ersten resp. im zwölften Lebensjahr. Der Tod dieser beiden Kinder stürzte die Eheleute in eine tiefe Krise.

In heutiger Sprache könnte man durchaus sagen, dass Katharina von Bora als erfolgreiche Leiterin die Verantwortung für einen mittelständischen Betrieb hatte. Sie managte Kinder, Gäste, Lehrer, Studenten, Dienstboten, Tagelöhner, Vieh, Gärten, landwirtschaftliche Flächen, eine Bierbrauerei sowie ein Waschhaus. Zudem kaufte und verpachtete sie Gärten und landschaftliche Flächen. Sie war also eine energische Unternehmerin. Sie war eine starke Frau, die neue Massstäbe setzte.

Luthers Tod brachte Katharina von Bora in eine wirtschaftlich prekäre Situation. Als Alleinerzieherin schon genügend gefordert, schlug sie sich als Witwe auch mit finanziellen Sorgen herum. Das 16. Jahrhundert kannte noch keine Witwenrente.

Für Katharina kamen die schwierigsten Jahre ihres Lebens. Auch wenn sie von Luthers ehemaligen Wegbegleitern Hilfe bekam, war sie physisch, psychisch und wirtschaftlich am Rande ihrer Kräfte. Für die Wittenberger Gesellschaft wurde sie zu einem Niemand.

Nachdem Katharina von Bora wegen der Pest und Missernten 1552 wieder fliehen musste, erlitt sie wegen eines Unfalls mit einem Fuhrwerk schwere Beckenbrüche. Dieses Ereignis brachte ihr zwei Wochen später den Tod.

Katharina von Bora war ihrer Zeit weit voraus. Als junge Frau entschied sie sich für eigene Wege. Sie übernahm das wirtschaftliche Regime im Hause Luthers und ermöglichte so ihrem Mann, sich voll und ganz auf die Reformation zu konzentrieren.

 

Katharina Luther

Ein Mädchen steht zitternd in der Kälte: Katharina von Bora, abgeschoben und zurück gelassen auf der Türschwelle eines Klosters. Seit sie sechs Jahre alt ist, lebt Katharina nun im Kloster das Leben einer tugendhaften Nonne, welches ihr im Vorfeld bestimmt wurde. Als sie eines Tages die Schriften des Reformators Martin Luther kennenlernt, die heimlich und verbotenerweise die Hände wechseln, entdeckt sie eine völlig neue Weltanschauung.

2017, 105 Minuten

 

Serie

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( © Online-Redaktion ERF Medien)
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