Von Christoph Schum
Wo ist die Heimat der unverstandenen Menschen und Menschen, die sich manchmal selbst nicht verstehen? Die Heimat für Menschen im falschen Körper? Die Heimat für Vertriebene? Die Heimat nach dem Tod?
Eigentlich lebt Gott paradiesisch. Sein Reich kennt keinen Krieg, keine Tränen, keine Erdbeben und auch keine anderen Katastrophen, nicht einmal Krankheit, Hunger, Schmerzen am Körper oder im Herzen – und vor allem keinen Tod. Trotzdem hat Gott sein Himmelreich verlassen und ist heimatlos geworden. In der Person Jesus Christus ist er zu uns auf die Welt gekommen. Warum hat er seine Heimat, die nur mit Superlativen beschrieben werden kann, aufgegeben? Also, ich wäre im Paradies geblieben.
In meinem Dorf wohnen Menschen, die ihre Heimat aufgeben mussten. Bei den einen war es Krieg, bei jemandem Folter, bei etlichen waren es Katastrophen. Oft höre ich politische Beweggründe, bisweilen ahne ich wirtschaftliche Motive. Was diese Menschen alle vereint, ist, dass sie in der Schweiz ihre Heimat vermissen. Die geliebten Menschen, ihre Feste, den Duft auf den Märkten …
Etwas bringt mich zum Nachdenken. Ich erkläre es mit einer Geschichte. Adam und Eva haben sich im Paradies pudelwohl gefühlt. Sie lebten auf Augenhöhe mit Gott, gingen mit ihm spazieren und hatten vermutlich spannende Gespräche mit ihm. Wir kennen die Geschichte … Adam und Eva haben rebelliert und wurden aus dem Paradies verbannt. Seither ist die Gemeinschaft mit Gott übel getrübt. Zudem wurde unserem Leben eine Grenze von rund 100 Jahren gesetzt. Der Tod war zuvor ein Fremdwort. – Es ist beelendend, wenn ich vergleiche, was der Mensch einmal hatte und was ich heute noch habe. Eine Schande ist es.
In meinem Leben kommt an dieser Stelle Jesus Christus ins Spiel. Jesus hat die Schatten des Todes aus meinem Leben entfernt. Ich habe keine Angst vor dem Sterben. In mir ruht eine Sicherheit, dass ich nach dem physischen Tod mit ihm leben werde. Leben in seiner Gegenwart, ohne Ende, für immer, ewig. Ich habe in Gott eine Heimat gefunden, die nicht von dieser Welt ist. Eine Heimat, die mir einen inneren Frieden schenkt. Ich erlebe es als eine immer-wieder-neu-pulsierende Erquickung in meinem Leben in dieser vergänglichen Welt.
Ich komme noch einmal auf meine Freunde mit erzwungenem Migrationshintergrund zu sprechen. Ich übertreibe nicht, wenn ich schreibe, dass die meisten von ihnen traumatisiert sind. Gleichzeitig ist es kraftvoll, zu sehen, wie der heimatlose Jesus auch in ihrem Leben eine paradiesische Veränderung bewirkt. Sünden werden vergeben, Heilungen an Seele und Körper geschehen, unsaubere Geister weichen, Versöhnung wird möglich, Herzen kommen zur Ruhe … Migranten finden ihre Heimat in Gott. Es ist offensichtlich: Jesus lebt! Von ihm lesen wir, dass er zum himmlischen Vater aufgefahren ist und uns dort eine Wohnung vorbereitet. Erst schuf Gott das Universum und diese Welt. Nun bereitet er mir eine neue Wohnung.