Frauenhand und Baby-Hand halten sich
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Vertrauen ist ein grosses Geschenk

Die Frage nach dem «Urvertrauen» beschäftigt Steve Coviello seit vielen Jahren.
 
Publiziert: 14.02.2022

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Woher kommt das Urvertrauen? Ist es möglicherweise ein Denkmuster oder am Ende gar eine Illusion? Kann man dieses Urvertrauen positiv oder negativ beeinflussen oder dadurch seinem Schicksal eine Wende geben? Die Frage nach dem «Urvertrauen» beschäftigt Steve Coviello seit vielen Jahren. Auf der Suche nach Antworten hat er selbst manch unwegsames, unsicheres und nicht gerade vertrauenerweckendes Land durchlaufen müssen.

Ein Junge entscheidet sich bei einer Zeltevangelisation für Jesus. Ich erinnere mich noch gut daran, wie Jesus an diesem Tag etwas Neues in mir zum Leben erweckte. Ich sprühte vor Hoffnung und beschloss, für ihn zu leben. Doch schon bald wurde diese Leidenschaft und die Freude an Gott arg getrübt. Dem kindlichen, euphorischen Bild des liebenden Gottes wurde schon bald die Schablone eines zornigen und strafenden Gottes vorgeschoben, der sich an meinen Fehlern, Sünden und Unzulänglichkeiten stört, anstatt sich bedingungslos an mir zu freuen.

Ungenügend

Ich hatte ständig das Gefühl, dass ich mehr und vor allem Gutes tun müsste, um Gott zu gefallen. Aber genügen konnte ich nicht einmal mir selbst. Ein Grund für dieses Verhalten war sicherlich ein fehlen der Vater. Als ich vier Jahre alt war, ging mein Vater fort, und ich hörte fast zwei Jahrzehnte nichts mehr von ihm. Diese Tatsache hinterliess ein tiefes Loch in meinem Herzen, das sich mit der Zeit mit Minderwert, Scham und tiefer Ablehnung füllte, weil ich es nicht schaffen konnte, ein «Gott gefälliges» Leben  zu  führen. Ein weiterer Grund war aber auch die Art, wie mir Gott von meinem Umfeld vorgestellt wurde. Eben als dieser zornige, strafende Gott. Das führte dazu, dass ich als junger Erwachsener nicht mehr leben wollte. Ich war verzweifelt und fing an, mich mit Drogen zu betäuben.

Weil ich irgendwann glaubte, dass am Ende Gott es war, der mein Leben schwer und kompliziert machte, drehte ich ihm den Rücken zu und entschied mich, wieder ohne ihn zu leben. Aber besser wurde es nicht. Im Gegenteil: Mein Leben entglitt mir, die Abwärtsspirale nahm ihren Lauf. Diese Tatsache zu erkennen, löste in mir noch mehr Scham und Minderwertigkeit aus. So brauchte es dann immer mehr und immer stärkere Drogen. Das war der Punkt in meinem Leben, an dem mein Urvertrauen zu sterben schien.

… ganz weit dort hinten …

Irgendwo jedoch, ganz weit hinten in einer Ecke meines Herzens, flackerten hin und wieder kleine Hoffnungsschimmer auf, hervorgerufen durch ein Musikstück, einen Vers oder ein Wort. Es waren Momente, in denen ich spürte, dass Gott mir nachzugehen und zu mir zu sprechen schien. Und egal, in was auch immer ich gerade verstrickt war, und wie hoffnungslos meine Situation zu sein schien, in diesen Momenten wusste ich: Ich werde es schaffen, ich gehe wieder nach Hause. Gott hat mir aufgezeigt, dass er da ist und mich nicht loslässt. Es sollten aber noch einige Wochen und Monate ins Land ziehen, bis mein Innerstes von dieser Wahrheit gänzlich überzeugt sein sollte. Aber Gott ist treu, und so kam der Tag, an dem ich mich entschied, Gott wieder zu vertrauen.

Zaghafte Umkehr

Ein lieber Freund nahm mich mit zu seinen Gemeinde-Skiferien. Dort kam ich zurück ins Leben und entschied mich, diese Gemeinde regelmässig zu besuchen. Die Leute dort haben mir vertraut, und ich wurde sehr schnell im Lobpreis-Team eingesetzt. Für mich ein Wunder. Zu dieser Zeit fühlte ich mich wie das störrische Volk Israel, das sich immer wieder von Gott abwendete, er es aber trotzdem geliebt und ihm immer zur Seite gestanden hat.

Mit diesem Gedanken kam bei mir das grosse Umdenken: Gott ist also ein Vater, der mich bedingungslos liebt. Nicht wie mein irdischer Vater, der mich verliess und dem ich egal zu sein schien. Heute ist mein eigener Sohn vier Jahre alt. Was würde passieren in seinem Leben, wenn ich von heute auf morgen ginge? Heute erkenne ich, dass dieser Verlust damals für mich ein tieftraumatisches Erlebnis war. Durch Verlust und Vertrauensbruch wurde ich in meinen Grundfesten erschüttert.

Du schaffst das!

Zu erkennen, dass Gott mich liebt, ohne dass ich leisten muss, hat mein Leben auf den Kopf gestellt. Dass er alle Menschen liebt – einfach so – erkannte ich beim Gedanken an die Schöpfung und das Paradies. Im ersten Buch Mose steht, dass zu Anfang Chaos herrschte. Gott sprach «Ordnung in das Chaos». Er schuf uns nach seinem Ebenbild und segnete den Menschen dazu zu regieren. Dieser Auftrag, dass wir Menschen regieren sollen, liess mich mein Leben wieder in die Hand nehmen, denn wenn Gott mich so liebt, dass er mich regieren lässt, kann ich mein Leben nicht mehr einfach aus dem Ruder laufen lassen. Diese Autorität, dieses Regieren, diese Zusage von Gott: «Du schaffst es, weil meine Kraft in dir lebt», wurde in mein Herz geschrieben. In unser aller Herzen. Ich glaube fest, dass diese Zusage so etwas wie das «Urvertrauen» ist, das uns mitgegeben und geschenkt wurde. Diese Zusage ist unerschütterlich und unwiderruflich.

Das Urvertrauen freischaufeln

Manchmal ist diese Zusage an uns, dieses «Urvertrauen» aber verschüttet. Unter schwerem Schutt von Zweifeln, Scham, Minderwert, Krankheit, Verlust und vielem mehr.

Aber das Urvertrauen ist das Vertrauen, das Gott in uns setzt, und das zieht er niemals ab. Und es kann wieder freigeschaufelt werden. Das geht nicht immer von heute auf morgen, manchmal braucht es Zeit. Aber ich merke, dass «Zeit mit Gott», in welcher Form auch immer, in dieser turbulenten Zeit mein Urvertrauen wieder stärkt. Und damit auch die Hoffnung und die Zuversicht.

Nicht von dieser Welt

Ich brauche besonders im Hinblick auf die Zukunft meiner Kinder diese Hoffnung und Zuversicht. Gerade in Zeiten wie diesen, in denen alles so schnell und vergänglich ist, und in denen Unsicherheiten und Ängste die Tagesmedien füllen, ist Gott meine einzige  Sicherheit  geworden. Ein Ort der Sicherheit mitten im Sturm, an dem ich Ruhe und Frieden finde, und ohne den ich komplett aufgeschmissen wäre. Das konnte und kann mir die Welt bis heute nicht geben. Aber bei Gott liegen diese Dinge bereit. Für mich, für Sie, für alle. Darauf vertraue ich und dafür bin ich unendlich dankbar. Wie schön, dass seine Zusage gilt. Für immer.

 

Zur Person

Steve Coviello, Ehemann und Vater dreier Kinder, ist Co-Pastor und Lobpreisleiter in der Immanuel Gemeinde Schaffhausen und lehrt zudem in Kursen für Betriebsunterhalt. Der leidenschaftliche Lobpreisleiter schreibt berührende Anbetungslieder, die den Zuhörenden zu Herzen gehen und auf heil- und wundersame Weise einfach guttun.

© Online-Redaktion ERF Medien
 
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