junger Mann überlegt, links und rechts von ihm sind symbolisch kleine Pfeile
Wie nun entscheiden? | (c) Rido/dreamstime

Wie wir gute und weise Entscheidungen treffen können

Das ist gar nicht so schwer, sagt Autor Tobias Teichen.
 
Publiziert: 17.01.2022 19.01.2022

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Von Tobias Teichen

Bis zu 20 000 Entscheidungen treffen wir pro Tag – und alle haben ihre Auswirkungen auf unser Leben. Da immer «richtig» zu entscheiden, scheint ganz schön herausfordernd! Unser Autor Tobias Teichen zeigt in seinem Buch «Choose», dass es gar nicht so schwer ist, gute und weise Entscheidungen zu treffen. Der nachfolgende Artikel beinhaltet Auszüge aus seinem Buch und ist daher, wie das Buch auch, in der Du-Form gehalten. Denn nichts ist so persönlich, wie Entscheiden.

Meine Frau Frauke, mein Sohn Benedikt und ich standen vor nicht allzu langer Zeit vor einer wichtigen Entscheidung. Schon seit meiner Kindheit wünsche ich mir einen Welpen. Ihn zu knuddeln und zu erziehen, mit ihm Gassi zu gehen und Tricks beizubringen: All das war schon immer mein Traum. Warum ich mir diesen Traum noch nicht verwirklicht habe? Zum einen sind Frauke und ich Gründer und Leiter von ICF München, einer inzwischen sehr grossen Freikirche. Viel Zeit für ein Haustier blieb in den letzten Jahren da nicht. Aber der zweite Grund ist die grössere Herausforderung: Frauke hat Angst vor Hunden.

Der Wunsch nach einem eigenen Hund hat mich trotzdem nie losgelassen. Vor zwei Jahren wurde er wieder stärker, und ich sprach Frauke nochmal auf das Thema an. Sie antwortete, sie hätte richtige Panik vor Hunden und wolle deswegen auf gar keinen Fall einen Hund. Aber: Sie versprach mir, dass sie mit Jesus darüber nochmal ins Gespräch und Gebet gehen wolle. Ich war natürlich gespannt wie ein Flitzebogen, was bei dieser Jesus-Zeit bei Frauke passiert. Und wie wir uns als Familie in puncto Hund entscheiden würden.

Täglich treffen wir Hunderte von Entscheidungen, ohne lange darüber nachzudenken: «Was esse ich zum Frühstück? Ziehe ich den roten Pulli oder das blaue Hemd an? Nehme ich den Bus oder das Auto?»

Aber es gibt auch die wichtigeren Entscheidungen an den Weggabelungen deines Lebens: «Was möchte ich nach der Schule machen? Beginne ich eine andere Ausbildung? Soll ich meinen Partner heiraten? Was fange ich mit meinem Leben an, wenn die Kinder aus dem Haus sind?»

Welchen Weg du dabei wählst, liegt allein bei dir. Aber wie triffst du so eine Entscheidung nun praktisch? Wirfst du eine Münze? Zupfst du an einem Gänseblümchen herum und fragst das Blumenorakel, ob du deine Angebetete heiraten sollst oder nicht? Aber was wäre, wenn die Dame deines Herzens auch die Blumen befragt und am Ende ein Nein als Antwort bekommt, während bei dir ein Ja als letztes Blütenblatt am Stängel hängt? Dann bist du nach der Befragung so schlau wie vorher.

Jede Entscheidung, die du triffst, hat Auswirkungen auf dein Leben, du weisst nur vorher meistens nicht, wie gross diese Auswirkungen sein werden. Stell dir vor, Martin Luther King hätte sich entschieden zu schweigen und seinen Überzeugungen keinen Raum zu geben. Sein Leben und das vieler anderer Menschen wäre mit Sicherheit anders verlaufen.

Entscheidungen können also sogar Auswirkungen auf ganze Generationen haben. Da du aber die Tragweite deiner Entscheidungen vorher nicht abschätzen kannst, ist es umso wichtiger, dass sie gut sind. «Gut» bedeutet dabei aber nicht, dass du durch die Entscheidung eine Garantie dafür hast, dass «alles gut» wird oder du dich damit erst einmal «gut» fühlst. Es geht darum, dass du eine Entscheidung triffst, die langfristig Sinn ergibt und göttlichen Prinzipien folgt.

Denn du bist geprägt von Vater und Mutter, deiner Familientradition, deinen Freunden, der Kultur, in der du aufgewachsen bist, deiner Gemeinde, von religiösen Strömungen und dem Zeitgeist. All diese Einflüsse formen dich und deine Gedanken. Und damit deine Entscheidungen.

Daher bin ich überzeugt: Nur mit Gott ist es möglich, gute und göttliche Entscheidungen zu treffen. Gott wird dir die Entscheidungen aber nicht abnehmen. Er hat Adam und Eva als sein Gegenüber geschaffen, nicht als seine Marionetten (1. Mose 26,27). Das gilt auch für dich: Du bist kein Spielball Gottes, du darfst (wie er) selbst entscheiden. Er hat dir einen freien Willen gegeben, und der gilt besonders in Entscheidungen. Gott hat einen guten Plan für dich, das ist Fakt. Doch es bleibt dir überlassen, ob du Gottes Wegen für dein Leben folgen willst und ihn in deine Entscheidungen einladen möchtest.

Diese und die vielen anderen Entscheidungen, die dein Lebenshaus bauen, nimmt Gott dir nicht ab. Wenn du möchtest, dann berät er dich allerdings, und mithilfe seiner göttlichen Filter kannst du sogar mit ihm über die anstehenden Entscheidungen kommunizieren und einen klareren Fokus auf Gottes Sicht bekommen.

Es gibt auch immer wieder Situationen, in denen man schlicht gar nicht daran denkt, dass man mit seiner Entscheidung in die falsche Richtung laufen könnte. Wenn du dann die Entscheidung getroffen hast, denkst du, dass es kein Zurück mehr gibt und dass du den Weg – koste es, was es wolle – durchziehen musst. Hast du nun jahrelang nicht auf deine Seele gehört und zum Beispiel einen frustigen Job durchgezogen, bist Konflikte und Enttäuschungen aller Art nicht aktiv angegangen, dann ist deine Seele irgendwann total hoffnungslos und hat als einzige Lösung nur noch Weglaufen im Sinn.

So richtig gute Entscheidungen kann man meiner Überzeugung nach nur treffen, wenn man die wichtigste Entscheidung schon getroffen hat: Nämlich die, ob Jesus Chef in deinem Leben ist. Oder du und deine Seele. Diese Entscheidung kannst du immer wieder erneuern oder zum ersten Mal treffen.

Folgende Filter können dir bei Entscheidungen helfen:

Die Bibel

Beziehst du Jesus konsequent in deine Entscheidungen mit ein und folgst nicht deinen unterbewussten Wünschen und Prägungen, mit denen du dich selbst betrügen kannst, wirst du die Wahrheit klarer sehen, wenn du an Weggabelungen stehst. Die Bibel bezeichnet sich selbst als zweischneidiges Schwert, welches die Seele (den Ort der Gedanken, Gefühle, Prägungen) und den Geist (die Dinge, die Gott mit seinem Geist in dir hervorbringen will) trennt. Das bedeutet, dass sie dir helfen kann, Klarheit in dein Gefühlschaos zu bringen. Nimmst du sie ernst und liest in ihr, dann kann sie dir zeigen, ob Dinge in dir von aussen geprägt wurden oder ob sie göttlichen Ideen folgen.

Das Gebet

Gebet ist neben der Bibel ein grosser und wichtiger Filter im göttlichen Entscheidungsklärwerk. Gott verspricht dir nämlich in der Bibel, dass du ihn immer und jederzeit fragen darfst, was seine Sicht auf deine Entscheidungen ist: «Wenn jemand unter euch Weisheit braucht, weil er wissen will, wie er nach Gottes Willen handeln soll, dann kann er Gott einfach darum bitten.» (Jakobus 1,5) Gebet ist dabei kein Monolog, sondern ein Dialog mit Gott. Es geht auch um eine besondere Haltung und Einstellung im Gebet, um eine Herzensbeziehung und Begegnung mit Jesus. Zu einer Beziehung gehören Gespräche und Zuwendung. Beide Beteiligten brauchen Raum und müssen in die Freundschaft investieren.

Gute Ratgeber

Zusätzlich solltest du Menschen bestimmen, die du in deinem Leben als Ratgeber einsetzen willst. Wer darf dir weitreichende und für dein Leben zentrale Ratschläge geben? Sehr oft sind es Freunde oder Verwandte, die deine Entscheidungen am meisten beeinflussen. Freundschaften kommen und gehen, deine Verwandtschaft bleibt, solange du lebst, aber Gott bleibt für immer. Das heisst, die Meinung Gottes ist die wichtigste – aber du kannst sie auch leicht überhören. Deswegen ist es gut, wenn du Unterstützung darin bekommst, auf ihn zu hören. Deine menschlichen Ratgeber sollten in erster Linie mit Jesus unterwegs sein. Sie sollten zusammen mit ihm im Gebet deine Entscheidung prüfen und ihre eigene Meinung hintenanstellen.

Ewigkeitsperspektive

Wenn du merkst, dass deine Entscheidung in der Ewigkeit einen Sinn ergibt, dann gib Gas! Aus Sicht der Ewigkeit ist alles sinnvoll, was dein Lebenshaus auf einen starken Felsen baut (Lukas 6,48). Das sind die Dinge, die Gott dir in der Bibel für dein Leben rät. Baust du auf Sand, dann ist die Gefahr gross, dass dein Haus einmal einstürzen wird. Solche Entscheidungen geben dir zwar kurzfristig eine gute Emotion, aber langfristig steht dein Lebenshaus dadurch auf wackeligen Füssen.

Göttlicher Friede

Die Herzensbeziehung zu Jesus ist das wichtigste Element, um den göttlichen Frieden zu erkennen. Wie jede andere Beziehung kannst du auch diese immer wieder pflegen und auffrischen. Verbringe Qualitätszeit mit Jesus. Versuche, Abwechslung in diese Zeit zu bringen. Werde erfinderisch. Du kannst mit ihm tiefe Gespräche führen, mit ihm in die Natur gehen oder einfach Spass mit ihm haben: allein oder in Gemeinschaft mit anderen. Da gibt es so viele Möglichkeiten. Die Hauptsache ist, du öffnest dein Herz für Jesus und lädst ihn immer wieder in dein Leben ein.

Zurück zu unserer Familien-Entscheidung für oder gegen einen Hund: Wie oben erwähnt ging Frauke mit Jesus ins Gespräch. Frauke betete für ein unabhängiges «Ja», das nicht von meinem Wunsch beeinflusst werden sollte. Sie wollte in Freiheit und nicht aus irgendeinem Druck heraus entscheiden. Und natürlich war da noch das Problem mit ihrer Angst vor Hunden.

Im Gebet bekam Frauke plötzlich Frieden zu dem Thema. Gott zeigte ihr, dass die beste Möglichkeit der Angst zu begegnen ist, sich der Angst zu stellen. Frauke schlug vor, dass wir uns mal einen lammfrommen Hund von Freunden ausleihen, damit sie es unverbindlich erleben kann, wie es ist, einen Hund im Haus zu haben. Gesagt, getan: Ein süsser Golden-Retriever-Mischling war zwei Wochen unser Gast. Die Erfahrung war genial, auch für Frauke.

Kurz darauf haben wir «zufällig» einen Hundecoach kennengelernt. Ich erzählte ihm von unseren Gedanken. Er bot uns an, bei der Erziehung mit einem Welpen zu helfen, falls wir einen bekommen würden.

Wenig später fanden wir ungewöhnlich schnell einen Golden Retriever Welpen, was in der Corona-Zeit alles andere als selbstverständlich war. Als wir zur Züchterin fuhren, um uns den Kleinen anzuschauen, hatte Gott eine Überraschung für uns parat: Der Welpe hiess wie unser Sohn, «Benedikt». Und es stellte sich heraus, dass beide am gleichen Tag Geburtstag haben. Wenn das mal nicht mehr als genug Winke des Himmels waren!

So kam es also, dass mein Traum, einen eigenen Hund zu haben, in Erfüllung gegangen ist. Seit einigen Monaten ist «Buddy», wie wir ihn nennen, Teil unserer Familie. Benedikt und ich lieben ihn sehr. Und auch Frauke freut sich über ihn. Sie hat vor ihm gar keine Angst mehr. Und inzwischen sogar auch viel weniger vor anderen Hunden.

Zur Person

Tobias Teichen ist Lead Pastor der überkonfessionellen Freikirche ICF München, die er mit seiner Frau Frauke im Jahr 2005 gründete. Ziel ist, dass Menschen die frohe Botschaft des christlichen Glaubens auf zeitgemässe Art und Weise erfahren und in ihrer Beziehung zu Gott wachsen. Er hat einen Sohn und lebt in München.

© Online-Redaktion ERF Medien
 
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