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Jens Böttcher
Jens Böttcher | (c) ERF Medien

Ich bin Oberflächlichkeitsallergiker

Jens Böttcher, der sanfte Punker
Publiziert: 23.05.2023

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Von Tobias Grimm

Scheidung, Herzinfarkt, Lebenskrise: Jens Böttcher trotzt den Stürmen des Lebens und wird zum rebellischen Hoffnungsträger. Er singt und schreibt über das Leben als spirituelle Reise, die Abenteuer des Menschseins, über die Triumphe und Tragödien und darin immer über die Liebe. Er ist ein Punker, der sanfter kaum sein könnte.

Jens Böttcher lässt sich nicht in Schubladen stecken. «Ich bin nicht ganz normal. Finde das aber ganz normal – weil ich glaube, dass keiner von uns normal ist», sagt der Hamburger Schriftsteller und Musiker, rückt seinen Hut zurecht und zündet sich eine Zigarette an. Ausgebeulter Mantel, vernarbtes Gesicht. Sein Blick schweift über den kleinen Teich vor der Mühle Hunziken, dem legendären Kulturlokal an der Aare in Rubigen, wo gleich die TV-Aufzeichnung startet. Wasser, ein passendes Element für den Lebenskünstler, der sich nur schwer fassen lässt. Er gibt sich nicht mit der Oberfläche des Lebens zufrieden, taucht gerne tief in seelengrosse Themen ein.

Ich bin ein gefundener Suchender
«Ich muss richtig auf die Nase fallen, um Dinge wirklich zu kapieren», sagt Böttcher, der in seinem Leben schon oft am Boden war. Pleiten, Krisen und Dramen reihen sich aneinander: «Ich konnte mich beim Sterben beobachten.» Mit sanfter Stimme erzählt er von einem Erlebnis, das ihm die Endlichkeit des Seins aufzeigte. Ein Herzinfarkt. Es sei aber vielmehr ein Seeleninfarkt gewesen. Bis der Notarzt kam, verging die längste Dreiviertelstunde seines Lebens, erzählt Böttcher: «Es klingt absurd, aber: Abgesehen von diesem höllischen Schmerz war das einer der grossartigsten Tage meines Lebens. Seit diesem Moment habe ich keine Furcht mehr, was nach dem Tod kommen wird. Ich habe gespürt, was hinter dem Leben existiert – diese Energie war wundervoll und grossartig.» Dieses Erlebnis löste in ihm Demut, Frieden und Gewissheit aus.

Vom Schulabbrecher zum Punkpoeten
Böttcher ist ein Nonkonformist, seine Jugend wild. Kurz vor dem Abschluss bricht er die Schule ab und will Punk sein. Die Aussenseiterrolle – ein einkalkuliertes Risiko. «Auch Jesus war ein Punk. Ein liebevoller Rebell», sagt Böttcher und lacht verschmitzt. Punk ist für Böttcher mehr als Musik, es wird zum Lebensstil. Als er auf seiner Gitarre drei Akkorde spielen konnte, dachte er: Das reicht erst mal. So gründet er seine erste Band, schreibt Songs, spielt Konzerte. Punk ist für ihn eine Ode ans Echtsein: «Vielleicht macht mich das zum Punk: Dass ich Dinge einfach tue, abseits der Perfektion. Aber durchtränkt von Liebe, Hoffnung und Humor.»

Wir lernen nur durch Lieben und Leiden
Das schrieb einst der persische Poet Rumi. Für Jens Böttcher steckt darin eine tiefe Wahrheit: «In diesem Lernen dürfen wir uns selbst finden – und somit auch zu einer Beziehung zum Himmlischen, zum Göttlichen. Zu dem, was viel grösser ist als wir.» Und so singt und schreibt der Lebenskünstler für die Sensiblen, die Nachdenklichen und die Sehnsüchtigen. Er versucht, der Sehnsucht Töne zu geben, Worte zu finden für etwas, das eigentlich nur in der tiefen Stille klingt.

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