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Debora Sommer
Debora Sommer | (c) ERF Medien

Im dunkelsten Tal

Theologin zwischen Verzweiflung und Hoffnung
Publiziert: 18.09.2023 19.09.2023

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Von Matthias Hauser

Trauriges Jubiläum für die Buchautorin Debora Sommer: zehn Jahre chronische Nervenschmerzen. Ein Jahrzehnt voller körperlicher und seelischer Qualen, die zu einer Erschöpfungsdepression und zu Suizidgedanken führten. Aber auch zur ermutigenden Gewissheit, von Gott gehalten zu sein.

Unglücklich auf der Treppe ausgerutscht. Was für Debora Sommer als kleiner Stolperer begann, entpuppte sich 2013 als Bandscheibenvorfall, der Lähmungserscheinungen im Bein und in der Blase hervorrief. Eine Operation war unumgänglich und verlief so weit erfolgreich. Allerdings wurden wohl vor oder bei der Operation drei Nervenwurzeln im Lendenbereich beschädigt, was so stark ins linke Bein bis in den Fuss ausstrahlte, dass der Schmerz auch mit starken Medikamenten kaum auszuhalten war.

Sie erlebte den Schmerz als unbarmherzigen Tyrannen, der sie gnadenlos demontierte. Und der alle Kraft und Lebensfreude aussog. Zurück blieb ein lebensmüdes Häufchen Elend.

Noch schlimmer als der körperliche Schmerz war die psychische Erschöpfung. Die Versuchung sei gross gewesen, den Kampf gegen den Schmerz aufzugeben. Oft dachte sie: «Ich kann nicht mehr. Ich schaffe das nicht länger.» Sie hatte Gedanken, die sie oft nicht einmal ihrem Ehemann anvertraute.

Wie ihre Existenz wurde auch ihr Glaube fundamental erschüttert. «Wo ist Gott überhaupt? Warum greift er nicht ein?» Sommer, die Theologie bis zum Doktortitel studierte, merkte, dass ihr Vertrauen in Gott nicht unerschütterlich war. Sie war hin- und hergerissen zwischen Verzweiflung und Hoffnung.

Denn sie erlebte in diversen Momenten auch, dass Gott bei ihr war. Und mit ihr wie ein guter Hirte durch das dunkle Tal schritt. Auch wenn er dort nicht gleich das Licht anknipste, machte er die Dunkelheit zumindest ein bisschen weniger dunkel, erinnert sich Sommer dankbar.

Nach einem Jahrzehnt chronischer Schmerzen, das auch zum neusten Buch «Halt finden» führte, meint sie: «Das Kostbarste, was ich erfahren durfte, ist die Gnade, mich mitten im Schmerz von Gott gehalten zu wissen und ihm auf unaussprechliche Weise näherzukommen, als ich es je für möglich gehalten hätte. Mitten im Schmerz und der Traurigkeit darf ich Schönheit finden. Ganzheit und Frieden.»

Sie verstehe Menschen gut, die sich – vom Schmerz überwältigt – von Gott abwenden oder auf ihre eigene Weise damit umgehen. Auch bei ihr gebe es noch immer Phasen, in denen es ihr schwerfalle, über den Rand der Dunkelheit hinaus etwas anderes zu erkennen. «Doch selbst in solchen Momenten trägt mich heute die unerschütterliche Gewissheit, dass ich gehalten bin. Selbst dann, wenn nicht einmal mehr ein Gebet über meine Lippen kommt.»

Sommer lebt weiter mit chronischen Nervenschmerzen. Nach vielen erfolglosen Behandlungsversuchen lindert mittlerweile eine regelmässige Therapie mit gepulster Radiofrequenz den körperlichen Schmerz zumindest so weit, dass Sommer für einige Wochen die Schmerzmedikamente reduzieren kann.

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