Täglich werden Erwartungen an uns herangetragen. Es gibt To-Do-Listen zu erledigen. Wir wollen mehr leisten, mehr erreichen, mehr verändern.
Wir müssen allerdings nicht immer allem genügen. Manchmal reicht es, wenn wir einfach da sind. Das ist die Überzeugung des schwedischen Autors und Pastors Thomas Sjödin.
Das Glück lässt sich nicht produzieren
Auch der reformierte Pfarrer Tobias Kuratle findet, dass wir dem Glück nicht immer nachrennen müssen. «Wir können unser Glück nicht einfach produzieren, sondern es wird auch immer wieder geschenkt.»
Es kann viel passieren, auch wenn wir nichts machen. «Das heisst nicht, dass alles oder mehr passiert, wenn wir nichts machen. Es ist jedoch ein wichtiger Kontrapunkt in unserer Zeit: Wenn ich nichts mache, kann auch etwas passieren. Es gibt viele Dinge, die uns stressen und über die wir uns den Kopf zerbrechen. Die lösen sich manchmal auf.»
Was ist unsere Motivation bei Glaubensdingen?
Und wie steht es mit dem christlichen Glaubensleben? Müssen wir da nicht doch das eine oder andere erfüllen? Kuratle erzählt: «Der Pfarrer, bei dem ich die Ausbildung gemacht habe, hat mal über einen Jugendgottesdienst gesagt: Es ist kein Gottesdienst, wenn die Jugendlichen kommen müssen. Das ist Unterricht.» Diese Aussage beschränke sich nicht nur auf die Jugendlichen. «Wo wir an einen kirchlichen Anlass müssen, wo wir beten müssen, sollten wir uns fragen: Warum mache ich das? Was steckt dahinter?» Im besten Fall sollte es sich eben nicht nach «Müssen» und «Machen-Müssen» anfühlen.
Glaube als Quelle von Freude, Hoffnung, Zuversicht
«Der Glaube ist nicht ein weiterer Teil unseres Lebens, wo wir gewisse Dinge erfüllen müssen, damit es reicht. Sondern er sollte vielmehr unser ganzes Leben durchdringen und uns Freude, Hoffnung und Zuversicht geben.»
Kuratle verweist auf Jesus, der in der Bergpredigt sagt: «‹Schaut doch mal die Vögel an. Die säen nicht, ernten nicht und trotzdem werden sie versorgt. Schaut mal die Blumen an, sie spinnen nicht und trotzdem sind sie schöner gekleidet als Salomo in seiner ganzen Pracht.› Das ist doch die Aussage eines zufriedenen, glücklichen Menschen, der merkt: Es gibt so viel, was man nicht muss.»
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