Kindern und Jugendlichen einen guten Umgang mit Medien beibringen stellt für Eltern eine Herausforderung dar. Wie lassen sich für sie Regeln zum Medienkonsum aufstellen?
Umgang von Beginn weg thematisieren
Olivier Andermatt von der Jugendberatungsstelle Samowar weist darauf hin, Medien nicht erst in der Oberstufe zu thematisieren, sondern dann, wenn die Kinder anfangen damit umzugehen. Seiner Erfahrung nach denken die Eltern, dass sich der Umgang mit dem Smartphone schon irgendwie ergeben wird. Zeit und Verwendungszweck werden nicht vereinbart.
Wenn sich Gewohnheiten einmal etabliert haben, ist es schwierig, sie einfach wieder rückgängig zu machen. «Es ist ganz wichtig, dass man mit den Kindern die Nutzungsbedingungen aushandelt, bevor man die Geräte zur Verfügung stellt.» Und nicht erst, wenn die Eltern feststellen, dass die Kinder die Smartphones anders nutzen als erhofft.
Smartphones sind nicht reine Privatsphäre
«Die Eltern müssen sich bewusst sein, dass das Handy nicht ausschliesslich die Privatsphäre des Kindes ist. Kein Kind hat ein Handy-Abo ohne die Einwilligung und ohne die Unterschrift von den Eltern. Die Eltern haben nicht nur die Möglichkeit, sondern auch die Verpflichtung und das Recht, mit den Kindern zusammen zu entscheiden, wofür das Handy genutzt werden soll und wofür auch nicht», sagt Andermatt.
Die Eltern habe auch das Recht, das Smartphone je nachdem wieder einzuziehen. «Viele Eltern haben hier eine sehr hohe Hemmung. Jugendliche sollen ja ihre Privatsphäre haben. Aber Handys sind nicht nur Privatsphäre, sondern auch Zugänge zu Welten, die nicht alle für Jugendliche gemacht sind und gewisse Gefahren und Risiken bergen.»
Wird es sehr schwierig, können Eltern eine externe Beratung hinzuziehen. Andermatt hält fest, dass nicht gegen die Medien gekämpft werden soll, sondern für eine gute Entwicklung der Kinder.
Auch die positiven Aspekte würdigen
Und Digitale Medien können auch ein gutes Werkzeug sein. Die Eltern sollen verstehen, worin die Faszination von Smartphones für Kinder und Jugendliche liegt, damit sie sich verstanden und nicht abgewertet fühlen in dem, was sie interessiert.
«Die digitalen Medien sind ein gutes Arbeitswerkzeug, ohne dass die Welt gar nicht mehr funktionieren würde. All diese Geräte können so viel und erleichtern viele Dinge.» Jugendlichen fällt es mit digitalen Medien einfacher, Gleichgesinnte zu finden. Solange sie im Sinn von Werkzeugen genutzt würden, habe das einen anderen Charakter als Unterhaltung.
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