Palmölfrüchte auf einem Palmblatt
Palmölfrüchte auf einem Palmblatt | (c) 123rf

Ein nachhaltiger Lebensstil – gar nicht so einfach

Bewusst nachhaltig zu leben kostet viel Energie.
 
Publiziert: 21.12.2022

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Möglichst oft das Auto durch Velo oder öffentliche Verkehrsmittel ersetzen. Plastik wo immer möglich vermeiden. Müll immer trennen. Saisonal und möglichst Bio-Produkte einkaufen. Keine Lebensmittel verschwenden. Die Liste könnte ich noch lange fortsetzen. Ich weiss, wie ich leben müsste, um einen möglichst nachhaltigen Lebensstil zu pflegen.

Nur leider ist in der Realität dann doch nicht alles so einfach. Das beginnt schon damit, dass sich «Nachhaltigkeitskriterien» oft widersprechen. Kaufe ich nun besser das in Plastik eingeschweisste Biogemüse oder gewichte ich den Verzicht auf Verpackungsmaterial stärker? Und was, wenn die Äpfel zwar aus der Schweiz stammen, aber lange energieintensiv-gekühlt gelagert wurden – sind dann nicht doch die Äpfel aus dem Ausland die bessere Wahl?

Als Journalistin gehe ich solchen Fragen gerne auf den Grund. Doch wenn man erst mal damit beginnt, zu recherchieren, dann ergeben sich immer wieder neue Fragen. Denn oft sind die Dinge nicht so einfach, wie sie auf den ersten Blick scheinen.

So habe ich beispielsweise lange Zeit meiner Familie den Verzicht auf Nutella aufgezwungen, weil das darin enthaltene Palmöl alles andere als umweltfreundlich ist (was an den oft riesigen Palmölplantagen liegt, zu deren Gunsten grosse Flächen Regenwald gerodet werden). Dann stiess ich auf einen Artikel, der besagte, dass der Ersatz von Palmöl mit anderen Fetten (in Schokoaufstrichen wird zum Beispiel oft Rapsöl verwendet) das Problem lediglich verschiebt.

Der WWF spricht sich daher eher für nachhaltigeres Palmöl als für dessen Ersatz aus ¹ – und stellt Nutella diesbezüglich ein gutes Zeugnis aus ². Auf ein Ersatzprodukt umzusteigen, war in diesem Fall also sogar kontraproduktiv.

Ein kleines Beispiel – aber es zeigt gut, wo zumindest für mich oft das Problem liegt. Es ist frustrierend, wenn man sich um einen nachhaltigen Lebensstil bemüht, aber oft kaum herausfindet, was das nun genau bedeutet. Und es ist anstrengend! Bewusst nachhaltig zu leben, kostet viel Energie. Dass viele Menschen diese Energie nicht aufzubringen vermögen, ist nur zu verständlich. Ganz abgesehen davon, dass längst nicht jeder die finanziellen Mittel dazu hat, Bio und regional einzukaufen.

Deswegen scheint es mir in der Diskussion rund um Nachhaltigkeit wichtig, nicht zu sehr mit der Moralkeule zu schwingen. Ja, ich bin persönlich davon überzeugt, dass diese Welt, die Gott uns anvertraut hat, wunderbar und schützenswert ist. Nicht zuletzt deswegen, weil der Klimawandel die globale soziale Ungerechtigkeit weiter verstärkt. Aber zugleich ist mir auch ein barmherziger Umgang mit meinen Mitmenschen wichtig. Im Wissen darum, dass ich selbst alles andere als perfekt bin, möchte ich nicht über den Lebensstil anderer Menschen urteilen.

So versuche ich, ganz bei mir zu bleiben. Das zu tun, was mir persönlich als wichtig und richtig erscheint. Und dabei nicht zuletzt auch mir selbst gegenüber barmherzig zu sein.

© Online-Redaktion ERF Medien
 
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