Porträt: Schwester Pirmin – Im Kloster von Krankheit geheilt

Schwester Pirmin wurde von einer heimtückischen Krankheit geheilt
 
Publiziert: 07.10.2013

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Schwester Pirmin wuchs als Älteste von vier Geschwistern auf. Als Jugendliche verlor sie ihre Mutter und kurz darauf auch den Vater. Nach einer Lehre arbeitete sie einige Jahre lang als Kindergärtnerin, bevor sie sich ihren Herzenswunsch erfüllen konnte und in ein Kloster eintrat. Doch kurz danach wurde sie von einer heimtückischen Krankheit befallen, die bis zur totalen Invalidität führte. Nach einem intensiven Gebet schlief sie ein. Als sie am Morgen danach aufwachte, war ihr Körper geheilt. Doch lassen sie uns von Anfang an erzählen, wie sich diese unglaubliche Geschichte zutrug.

 

Der frühe Traum vom Kloster
Im Sarganserland liegt die Heimat von Schwester Pirmin. Sie war die Älteste von vier Geschwistern und wuchs in einer einfachen Familie auf. Als sie 13 Jahre alt war, starb ihre Mutter und ein halbes Jahr später ihr Vater. Eigentlich sollten die Kinder ins Waisenhaus. Doch der Dorfpfarrer übernahm die Vormundschaft und die örtliche Hebamme zog bei den Kindern ein und wurde so zur Ersatzmutter. Schwester Pirmin absolvierte das Haushaltjahr und verbrachte danach einige Zeit in Paris, im Kloster Don Bosco, um Französisch zu lernen. Da sie schon immer Klosterschwester werden wollte und es ihr dort sehr gefiel, stellte sie einen schriftlichen Aufnahmeantrag.

Doch der Dorfpfarrer war dagegen und hielt sie mit ihren 17 Jahren für zu jung für das Kloster. Also verzichtete sie schweren Herzens. Schwester Pirmin absolvierte eine Lehre als Kindergärtnerin und arbeitete sieben Jahre in diesem Beruf. Danach fühlte sie sich reif genug für den Eintritt in ein Kloster. Sie entschied sich für St. Ursula in Brig und wurde angenommen.

 

Der Traum wird zum Alptraum
Am Anfang war das Klosterleben für Schwester Pirmin wie ein Geschenk. Nur das frühe Aufstehen widerstrebte ihr. «Ich sagte zur Äbtissin: Wenn ich noch lange um fünf aufstehen muss, könnt ihr mich begraben!» Schwester Pirmin trat im Oktober ins Kloster ein, und schon im Januar begann ihr langer Leidensweg. «Es begann mit Erfrierungen an den Extremitäten.» Nach einem eingehenden Untersuch war klar, dass sie an einer Gefässkrankheit litt, zu der später noch eine Polyarthritis kam. Ihr wurden mehrere Nerven durchtrennt, was jedoch auch keine Linderung brachte. Dann wurde bei ihr auch noch Parkinson diagnostiziert, eine Schüttellähmung.

So wurde Schwester Pirmin zu einem Pflegefall im Kloster. Ihre Invalidität nahm immer mehr zu, sie war ans Bett gefesselt. Ihre Welt wurde immer kleiner und sie immer hilfloser. Am Schluss konnte sie nicht einmal mehr bewusst ihre Augen öffnen oder schliessen, geschweige denn schlucken. Dennoch hielt sie unbeirrbar am Glauben fest und haderte nie mit Gott, zwanzig Jahre lang. Am Ende wog sie unter 30 Kilo, war zum Skelett abgemagert.

Da war für mich klar, jetzt konnte ich nur noch den Himmel einsetzen.
Schwester Pirmin

Über Nacht gesund
Der für sie zuständige Professor sagte ihr, wenn sie jetzt noch hoffe, sei dies sinnlos. «Da war für mich klar, jetzt konnte ich nur noch den Himmel einsetzen.» Sie und ihre Schwestern hatten schon immer für Heilung gebetet.  Doch diesen Abend betete Schwester Pirmin sehr intensiv. Endlich schlief sie ein. Als sie am nächsten Morgen aufwachte, hatte sich ihr Körper regeneriert. «Natürlich hatte ich nicht so viele Muskeln wie jetzt. Aber ich konnte aufstehen und zum Fenster und wieder zurück gehen.»

Sie und ihre Schwestern waren komplett überrascht und brauchten lange Zeit, um dieses Ereignis einzuordnen. Nach zwei Wochen ging Schwester Pirmin zu einer ärztlichen Kontrolle bei ihrem Professor. Das Resultat: Sie war zu hundert Prozent gesund. Endlich wieder selbständig, nahm sie das Klosterleben wieder auf und gab Religionsunterricht. «Vor 25 Jahren wurde ich geheilt. Ich sage mir immer,  jetzt bin ich 25.» Was wünscht sich Schwester Pirmin für die Zukunft? «Dass Christen nicht Sonntags-Christen, sondern 24-Stunden-Christen sind. Und dass die Christen weltweit näher zusammen kommen.»

© Online-Redaktion ERF Medien
 
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