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Glaubensfragen

Allein die Schrift – damit Gott sagen darf, was er sagen will!

Offene Bibel | (c) Ben White/Unsplash
15.04.2019
Jeder Christ soll sich mit dem Evangelium in seiner Muttersprache beschäftigen können, um allfällige Abhängigkeiten loszuwerden.
 
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Die Bibel ist mit einer jährlichen Auflage von 25 Millionen das meistverkaufte Buch weltweit! Das ist phänomenal! Genau das wollten die Reformatoren: Jeder Christ soll sich mit dem Evangelium in seiner Muttersprache beschäftigen können, um die unseligen Abhängigkeiten vom amtskirchlichen Lehramt loszuwerden. Dieses hatte Bibeltexte jahrhundertelang zur Drohbotschaft verdreht. Dadurch war im Mittelalter ein gewinnbringender «geistlicher Machtmissbrauch » entstanden.

Damit die befreiende Wahrheit Gottes zur Sprache kommt, haben die Reformatoren das «Schriftprinzip» proklamiert. Denn hätten sich unsere Vorfahren die Inhalte der Bibel nur weitererzählt, wären heute vermutlich nur noch homöopathische Wahrheiten vorhanden. Doch durch das schriftliche Festhalten, der Bibel, haben die Reformatoren ein grossartiges Erbe weitergegeben. Doch inzwischen provoziert dieses Erbe! Soll tatsächlich einzig und allein die Bibel Gottes Wort und Wahrheit für uns sein?

Modernes Denken reagiert auf jeden Absolutheitsanspruch allergisch und relativiert das «Allein die Schrift» aufgrund rationaler Überlegungen. Die Bibel gehört zwar weiterhin zur Weltliteratur, gilt aber weitgehend nicht mehr als «Gottes Wort», sondern «nur noch» als religiös bedeutsame Sammlung schöner spiritueller Texte mit inspirierenden Geschichten und geistvollen Impulsen, die man subjektiv für sich deuten kann, wie es gerade passt.

Diese Sicht wirkt sich inzwischen jedoch bereits schmerzhaft aus: Weil modernes Denken die unsichtbare Hälfte der Wirklichkeit abgeschafft hat, leiden wir global unter den Folgen dieser Gott-Befreiung. Deshalb titelte die NZZ ihren Leitartikel zur letzten Weihnacht «Die Geburt Jesu ist eigentlich ein Skandal. Und Gottes Botschaft ist dicke Post: Du musst neu anfangen!» René Scheu stellt dort lapidar fest: «Es gibt keine Gottlosigkeit, sondern nur Gott oder unsere Selbstvergottung. Die freiwillige Selbsterlösung des Menschen verwandelt sich in eine unfreiwillige Selbstauslöschung.»

Diese Diagnose wäre bekannt, «denn die Mitte des Evangeliums ist nicht Gott, sondern der Mensch in höchster Gefahr. Es geht im Evangelium um die Rettung des Menschen, der aufgehört hat, die Schöpfungskrone und das Gottesbild zu sein. Er ist ein Schrumpfmensch geworden». (Paul Schütz, Evangelium,1984, S.7.)

«Allein die Schrift» mit der von Jesus trefflich kommunizierten Kernbotschaft von der dreifachen Liebe zu Gott, zum Nächsten und zu mir selbst bleibt also aktuell.

  • Sie könnte uns vom «Lehramt einer überheblich-gottlosen Vernunft» befreien!
  • Sie erklärt, dass viele Krisen und Nöte durch egomanische Rücksichtslosigkeit und Machtgier entstehen, weil Gottes Wort nicht als Wahrheit bedacht wird!
  • Sie erklärt, wie schuldhaftes Versagen und sündhafte Neigungen im Licht des Evangeliums gelöst und bewältigt werden können!

 

Dietrich Bonhoeffer zur Bibel

«Die Bibel kann man nicht einfach lesen wie andere Bücher. Man muss bereit sein, sie wirklich zu fragen. Nur so erschliesst sie sich. Nur wenn wir die letzte Antwort von ihr erwarten, gibt sie sie uns.

Das liegt eben daran, dass in der Bibel Gott zu uns redet. Und über Gott kann man eben nicht so einfach von sich aus nachdenken, sondern man muss ihn fragen. Nur wenn wir ihn suchen, antwortet er. {…} Seit ich gelernt habe, die Bibel so zu lesen, wird sie mir täglich wunderbarer. »

Eric Metaxas, Dietrich Bonhoeffer, S. 175 f.

 

Serie

Peter Henning, Pfarrer M.Th. und Dozent am TDS Aarau, beschäftigt sich intensiv mit der Reformation und den damit verbundenen fünf «Solas».

( © Online-Redaktion ERF Medien)
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